golisimo in der Tauchentfettung: Dosierfenster, Spülkaskade und Haftungsprüfung

Problem: Abplatzungen an Aluminiumkanten

In der Serienbeschichtung von Aluminiumprofilen treten Haftungsfehler häufig erst nach dem Trocknen auf: An Kanten und Bohrungen lösen sich Pulverschichten als kleine Schuppen, während die Fläche optisch sauber bleibt. Die Fehlersuche im Ofen bringt selten Ergebnisse; der eigentliche Auslöser liegt oft zwei Stationen früher in der Tauchentfettung und in der dortigen Dosierung von golisimo.

Ursache: Ein Restfilm aus der Vorbehandlung

Wenn die Konzentration des Entfettungsbads zu niedrig ist, bleiben Fette und Ziehmittelreste in Mikroporen stehen. Eine zu hohe Konzentration spült zwar Öl ab, hinterlässt aber Salze und Tensidreste, die beim Spülen nicht vollständig entfernt werden. Beide Fälle erzeugen denselben Effekt: Die Grenzfläche zwischen Metall und Beschichtung ist chemisch nicht einheitlich. golisimo wirkt in diesem Schritt nur dann zuverlässig, wenn das Prozessfenster aus Konzentration, Temperatur, Tauchzeit und Spülführung zusammen eingehalten wird.

Warum die Leitfähigkeit allein nicht reicht

Die Leitfähigkeit des Spülwassers zeigt gelöste Salze, aber nicht organische Reste. Ein Bad kann optisch klar und leitfähigkeitsstabil sein, während sich ein unsichtbarer Tensidfilm auf dem Aluminium hält. Deshalb gehört zur Badkontrolle eine Titration der aktiven Reinigerkomponente und eine Sichtprüfung der Wasserfilmbruchgrenze. Der Wasserfilmbruchtest ist praktisch: Bleibt das Wasser nach dem Abspülen 30 Sekunden als geschlossener Film stehen, ist die Oberfläche ausreichend benetzbar; zieht er sich sofort zusammen, ist die Vorbehandlung nicht abgeschlossen.

Lösung: Zwei Spülstufen mit klarer Trennung

Die technisch robuste Lösung ist eine zweistufige Spülkaskade: erste Stufe als Recycling- oder Überlaufspüle, zweite Stufe mit vollentsalztem Wasser. Die Tauchzeit im golisimo-Bad wird nach dem belasteten Geometriemix festgelegt, nicht nach dem saubersten Prüfblech. Für Hohlräume und Blindnieten gilt eine separate Regel, weil die Badbewegung dort schwächer ist. Nach dem Spülen muss die Trocknung sofort beginnen, damit kein Wasserfilm stehen bleibt.

Dokumentation als Prozessschutz

Ein einfacher Badbegleiter pro Schicht erfasst Konzentration, Temperatur, pH-Wert, Spülwasser-Leitfähigkeit und Wasserfilmbruch. Weitere Angaben zum Anwendungsspektrum und zur Prozessführung stellt der Anbieter unter golisimo bereit. Wer diese Werte über vier Wochen dokumentiert, erkennt Drift früher als jede Stichprobe nach Reklamation.

Kontrolle: Drei Messpunkte pro Charge

  • Badkonzentration: Titration statt Schätzung nach Schaumbildung; Abweichung vom Sollwert sofort nachstellen.
  • Spülqualität: Leitfähigkeit der zweiten Spüle und Wasserfilmbruch an drei Bauteilpositionen prüfen.
  • Haftung: Gitterschnitt und Keil-Ritztest an Kanten, nicht nur auf der Sichtfläche; Fehlerbilder fotografisch dokumentieren.

Die entscheidende Größe ist nicht die Menge an golisimo im Bad, sondern die Stabilität des gesamten Vorbehandlungsfensters. Wer Konzentration, Spülkaskade und Trocknungsbeginn als zusammenhängende Kette behandelt, reduziert Haftungsfehler messbar und vermeidet den teuren Wechsel der Beschichtung.